Auf der Zielgeraden: Lachendorfs neues Kulturzentrum
Draller Umbau für Feste und Kultur
22.06.2026
In Lachendorf kennt man den Olen Drallen Hoff. Er war über viele Jahre das Dorfgemeinschaftshaus, diente Vereinen und privaten Gesellschaften für Versammlungen und Feiern sowie den verschiedenen politischen Gremien der Gemeinde für Sitzungen. In dieser Funktion wird er in Zukunft erhalten bleiben, aber nach einer aufwändigen Sanierung und Umbaumaßnahme noch etwas mehr zu bieten haben – als neues Kulturzentrum wird er den Veranstaltungskalender der Gemeinde bereichern.
Zunächst aber mal ein Wort zu „Drallen“. In einer Region, in der das Plattdeutsche entweder sogar noch gesprochen wird oder aber seine Spuren hinterlassen hat, können viele Menschen etwas mit dem Adjektiv „drall“ anfangen, das so viel wie „üppig“ oder „gut ausgestattet“ bedeutet. Im Fall des neuen Kulturzentrums liegt man damit allerdings auf der falschen Fährte. Im „Olen Drallen Hoff“ bezeichnet das Wort in der Mitte den Familiennamen der ursprünglichen Besitzer eines alten („olen“) Bauernhofs („Hoff“).
Das Üppige müssen wir im Zusammenhang mit dieser Baumaßnahme trotzdem nicht aufgeben. Denn der Umbau setzt darauf, das alte Gebäude voll und ganz zu ertüchtigen, mit moderner Medientechnik auszustatten und seine Flächen als zeitgemäße Räumlichkeiten für Konzerte, Ausstellungen, Vorträge und Zusammenkünfte zur Verfügung zu stellen – und dabei konsequent auf die Zusammenarbeit mit lokalen Handwerksbetrieben zu bauen.
Die Arbeiten befinden sich mittlerweile auf der Zielgeraden, das Interesse ist bereits groß: Viele Anfragen für Veranstaltungen erreichen die Gemeinde, sind hier auch grundsätzlich willkommen, müssen aber zum Teil noch vertröstet werden.
Wer den „Olen Drallen Hoff“ kannte, wird ihn einerseits wiedererkennen und andererseits ins Staunen geraten. Der erste Eindruck in den Innenräumen ist weniger historisch als vielmehr hell, charmant und modern. Doch jeder zweite Blick öffnet die Perspektive zur Herkunft: Balken und offengelegte Passagen des Mauerwerks sind harmonisch integriert ins Erscheinungsbild und betonen die Bedeutung eines Ortes, der viel Vergangenheit hinter sich und viel Zukunft vor sich hat.
Kurzer Rundgang. Betritt man das Gebäude durch den Haupteingang, steht man im neuen Foyer, das mit Wandvitrinen ausgestattet ist, die Exponate von Ausstellungen oder der Ortsgeschichte präsentieren können. Wege führen hier zum großen Veranstaltungssaal, zur neuen Treppe und zu Räumlichkeiten, die provisorisch der Verwaltung dienen, später aber neue Heimat des Papiermuseums werden.
Folgen wir der attraktiv in Stahl, Holz und Glas ausgeführten Treppe – oder alternativ und barrierefrei einem Fahrstuhl -, erreichen wir die neue Galerie, einen großzügig ausgelegten und durch eine große Gaube erweiterten Raum unterm Dach, der sich durch Fenster zur Perspektive auf den Innenhof öffnet und sich anbietet für Ausstellungen und kleinere Veranstaltungen, die auch in einem neu geschaffenen Seminarraum stattfinden können.
Für die größeren geht’s zurück nach unten. Der vollständig überarbeitete Saal lädt ein zu beeindruckenden Optionen. Er kann mit seiner Bühne als klassischer Konzert-, Lesungs- oder Vortragsort ausgelegt werden, steht aber mit seiner flexiblen Bestuhlung auch für private Veranstaltungen diverser Größenordnungen bereit.
Neu organisiert ist hier auch der Zugang für Catering und andere Anlieferungen. Im neuen Konzept gibt es einen Rundlauf für die Ausgabe, die Rücknahme und die Reinigung von Geschirr – mit einem separaten Zugang vom Parkplatz, der Lieferanten ermöglicht, Speisen und Getränke direkt in den Veranstaltungsort zu bringen, ohne dafür das Foyer durchqueren zu müssen.
„Wir setzen hier auf flexible Nutzungen“, sagt Iris Heine, baulich zuständig für das Projekt, „und ich bin überaus zufrieden mit einem Ergebnis, das sie erlaubt.“ Insofern dürfen wir das „Olen“ beiseite legen und uns aufs Neue freuen!
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