Liebe Leserin, lieber Leser,
endlich beginnt ein großes Sportjahr mit vielen Top-Events. Eines von ihnen liegt schon hinter uns: die Handball-EM der Herren, bei der die Dänen einmal mehr gezeigt haben, dass sie mehr drauf haben als unglaublich pinkfarbene Würstchen in relativ fluffige Brötchen zu packen und zu meinen, mit dem Endergebnis die Weltrangliste des Hot Dog anzuführen. Im Handball sind sie wirklich die Chefs, und vielleicht sollte man die leidige Grönland-Frage mit einem Spiel gegen Team USA klären. Es wäre ziemlich schnell wieder Ruhe im Karton.
Unsere Jungs haben Silber geholt. Wenn man aber dem ehemaligen Fußballprofi Erik Meijer glauben darf, ist „nichts scheißer als Platz Zwei“. Das nun wiederum hieße aber, dass der Sport vor allem Verlierer produziert und die legendäre Popgruppe ABBA recht hätte, wenn sie singt: „The winner takes it all“. Müsste das Motto nicht versöhnlicher heißen: „Dabeisein ist alles“? Das könen Sie selbst überprüfen. Kochen Sie einfach einem Familienmitglied ein Essen, das es garantiert nicht mag, und sagen sie ihm oder ihr, wenn sie oder er angewidert den Teller wegschiebt: „Hey, aber ist es nicht schön, einfach mit am Tisch zu sitzen?“
Auch bei den Olympischen Winterspielen stehen letztlich die Medaillen im Fokus des Interesses, und am schönsten funkelt eben Gold. Und wenn du als US-amerikanischer Topfavorit auf der Eiskunstlauffläche ein paar Mal stürzt, schnappt sich eben ein Kasache das edelste der Edelmetalle. Bleibt nur zu hoffen, dass der Präsident des in diesem Fall unterlegenen Landes das in diesem Fall siegreiche Land nicht auf seine Expansionsliste, um sich die Goldmedaille zurückzuholen und sie dann – versteht sich von selbst – eigens zu behalten.
Für die deutschen Fußballherren geht’s im Sommer in umgekehrter Richtung über den großen Teich. Sie wollen bei der WM auf dem amerikanischen Kontinent den Pott holen, die dieses Mal in zwei oder drei Ländern stattfindet, je nachdem, ob Kanada endlich einsieht, dass seine Grizzlybären lieber Trapper fressen, die eine „Stars and Stripes“-Flagge am Pelzrevers tragen.
Aber stimmt es denn nun wirklich, dass nichts scheißer ist als Platz Zwei? Lars Klingbeil, Vizekanzler unseres Landes, wäre vermutlich anderer Meinung. Als Nummer Zwei kann er nach Herzenslust mit sozialen Versprechen um sich schmeißen, während sich unsere Nummer Eins meisterhaft in einer neuen sportlichen Disziplin übt: dem Fettnäpchenlauf, bei dem es gar nicht so sehr um Tempo geht, sondern eher darum, möglichst viele von ihnen mitzunehmen. Kann er wie kein Zweiter und muss sich deshalb gar nicht erst mit Erik Meijers Sorgen rumplagen.
Aber jetzt mal Schwamm drüber. Politiker und Sportler jederlei Geschlechts sind am Ende auch nur Menschen – was denn auch sonst? Jens Spahn hat als Gesundminister zu Pandemiezeiten gesagt: „Wir werden uns viel verzeihen müssen.“ Und warum denn nicht, das wäre doch mal menschlich und eine neue Tonlage im derzeitigen Gezeter-Modus, der allerorten zu herrschen scheint.
Damit meinen wir natürlich nicht, dass man tatsächlich alles verzeihen kann. Wenn zum Beispiel die deutschen Handballer nächstes Jahr bei der Heim-WM die Dänen nicht zu Hot Dogs verarbeiten, dann … Aber lassen wir das, das ist schließlich Schnee von morgen.
Heute geht’s um den Schnee von heute. Und der wird am Ende tauen wie ein Tiefkühlfach im Berliner Bezirk Zehlendorf, weil es die Stadt nach einer Attacke auf die Stromversorgung tagelang nicht geschafft hat, wieder Saft auf die Steckdosen zu bekommen. Aber dann war der Strom ja wieder da, und so wird es auch mit dem Frühling sein. Und vergnügt werden wir feststellen, dass dann der Schnee von heute plötzlich Schnee von gestern ist.
Wir wünschen Ihnen ein sportliches Händchen bei Ihren Bauvorhaben und versichern, dass es beim Bauen, Sanieren und Modernisieren nicht um Podestplätze und Medaillen geht.
Ihr Team von SB&W
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